Nachhaltigkeit in Bildung und Arbeit
Ob Sie zufällig hier gelandet sind oder gezielt nach dem Stichwort „Nachhaltigkeit” gesucht haben – die Tatsache, dass Sie diesen Artikel lesen, zeigt, wie allgegenwärtig dieses Thema inzwischen ist. Und das ist auch gut so, schließlich betrifft Nachhaltigkeit alle Lebensbereiche, somit auch die Arbeits- und Bildungswelt. Besonders die Bildung hat dabei eine Schlüsselfunktion, denn sie befähigt Menschen zu umweltbewusstem und zukunftsfähigem Handeln.
Was bedeutet „Nachhaltigkeit“ überhaupt?
Der Begriff wird oft mit Umwelt- oder Klimaschutz gleichgesetzt, doch er ist weitaus umfassender. Nachhaltigkeit bedeutet, über den Tellerrand hinauszuschauen und die Zusammenhänge zwischen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu erkennen.
Der Begriff stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft: Es sollen nur so viele Bäume gefällt werden, wie nachwachsen können. Dieses Prinzip lässt sich auf alle Lebensbereiche übertragen. Nachhaltigkeit bedeutet demnach, verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen und heute so zu handeln, dass auch kommende Generationen gute Lebens- und Arbeitsbedingungen vorfinden. Dies betrifft nicht nur ökologische und ökonomische, sondern auch soziale und kulturelle Aspekte:
- Ökologisch, indem wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten, z. B. durch saubere Luft, gesunde Böden, Vielfalt an Pflanzen und Tieren
- Ökonomisch, indem wir Wirtschaft so gestalten, dass sie sozial und umweltverträglich funktioniert, z. B. durch nachhaltiges Wirtschaften, einen sparsamen Umgang mit Ressourcen, innovative Technologien
- Sozial, indem wir ein gelungenes Zusammenleben fördern, z. B. durch Zugang zu Bildung und Arbeit, Gesundheitsförderung, Chancengleichheit
- Kulturell, indem wir bereit sind, Verhaltensregeln und Lebensstile kreativ zu verändern, z. B. durch Anerkennung kultureller Vielfalt, nachhaltigkeitsgerechte Lebensstile und Konsumbewusstsein
Möchten Sie mehr darüber erfahren? Dann empfehlen wir Ihnen, sich mit dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und der Agenda 2030 mit ihren 17 globalen Nachhaltigkeitszielen zu befassen.
Wie prägt Nachhaltigkeit die Arbeitswelt?
Nachhaltigkeit verändert die Arbeitswelt grundlegend. Unternehmen reagieren darauf, indem sie beispielsweise auf Energieeffizienz, faire Lieferketten und ressourcenschonende Produktion achten. Gleichzeitig führt das Thema zu Veränderungen in sozialen Strukturen und Unternehmenskulturen: Prozesse werden überprüft, Arbeitsweisen angepasst und Werte wie Verantwortung, Gleichberechtigung und Diversität gewinnen an Bedeutung.
Gilt ein Unternehmen als nachhaltig, steigert das häufig auch seine Attraktivität als Arbeitgeber, denn für viele Bewerberinnen und Bewerber ist Nachhaltigkeit inzwischen ein wichtiges Kriterium bei der Stellensuche.
Darüber hinaus entstehen neue Berufe und Tätigkeitsfelder, während sich bestehende wandeln – und damit steigen auch die Anforderungen an Qualifikationen und Kompetenzen. In diesem Zusammenhang ist zunehmend von sogenannten „Green Jobs“ die Rede: Tätigkeiten, die direkt oder indirekt zu Umwelt- und Klimaschutz sowie zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise beitragen.
Diese Entwicklung betrifft nicht nur Unternehmen und ihre Beschäftigten, sondern ebenso Menschen, die in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt (wieder)einsteigen oder sich beruflich neu orientieren möchten. Grone beobachtet diese Veränderungen am Arbeitsmarkt genau und lässt sie in die Gestaltung seiner Bildungsangebote einfließen. So können wir Teilnehmende gezielt vorbereiten, beraten und qualifizieren, um sie auf neue Anforderungen vorzubereiten.
Sie möchten mehr Informationen dazu erhalten? Dann lesen Sie gerne unseren Artikel „Grüne Ausbildungs- und Arbeitswelt“.
Wie kann Bildung zu nachhaltigem Handeln beitragen?
Der Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist ein Prozess, der alle betrifft, angefangen bei der Politik (Rahmen setzen) über Unternehmen und Institutionen (Strukturen schaffen) bis hin zu Lernenden und Lehrenden (Menschen befähigen).
Nachhaltigkeit lässt sich jedoch nicht verordnen – alle müssen von ihrem jeweiligen Standpunkt aus abgeholt und mitgenommen werden. Gute Bildung ist der Schlüssel dazu. Sie vermittelt anwendungsorientiert Wissen über ökologische, ökonomische und soziale Zusammenhänge und schafft damit die Grundlage für verantwortungs- und umweltbewusstes Handeln. Wer darüber hinaus erkennt, wie eng Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft miteinander verknüpft sind, kann die Auswirkungen des eigenen Handelns besser einschätzen, Entscheidungen treffen und praktische Kompetenzen aufbauen.
Hier setzt Grone an. Uns ist es wichtig, das Thema Nachhaltigkeit greifbar und ansprechend zu gestalten und unsere Teilnehmenden dafür zu motivieren. Ein Beispiel dafür ist die Integration von Nachhaltigkeit in die Projektarbeiten, Lerneinheiten, Workshops und freizeitpädagogischen Angebote unserer Maßnahmen und Ausbildungs-/Umschulungsformate.
Sie möchten mehr über unsere Aktivitäten erfahren? Dann werfen Sie gerne einen Blick in den Artikel „Nachhaltigkeit: Unser Engagement bei Grone“.
Wie prägt Nachhaltigkeit die Bildungswelt?
Der Wandel macht auch vor der Bildungswelt nicht halt. So ist Nachhaltigkeit inzwischen fester Bestandteil vieler Lernsettings, sei es in Schulen, in der Ausbildung oder eben bei Bildungsträgern. Ein gutes Beispiel dafür ist die berufliche Bildung: Seit August 2021 gehört das Themenfeld „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ in allen Ausbildungsberufen zum verpflichtenden Lernstoff.
Auch die Bundesagentur für Arbeit hat ökologische Nachhaltigkeit in einem operativen Umsetzungsprogramm fest verankert.
Für Träger von „Arbeitsmarktdienstleistungen” wie Grone bedeutet dies, bestimmte Umweltstandards einzuhalten und Nachhaltigkeit stärker in die Bildungsarbeit einzubinden. Das betrifft zum einen den organisatorischen und infrastrukturellen Bereich, etwa die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien, eine umweltfreundliche Reinigung und ein ressourcenschonendes Materialmanagement. Andererseits fördern wir ökologische bzw. grüne Kompetenzen unserer Teilnehmenden. Dazu gehört beispielsweise ein grundlegendes Verständnis des Klimawandels, Energieeffizienz und Umweltbewusstsein sowie das Aufzeigen von Handlungsoptionen.