Das Vorstellungsgespräch - worauf es ankommt
Ihre Bewerbung hat überzeugt und Sie wurden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen – ein erster Erfolg! Nun folgt der nächste wichtige Schritt im Bewerbungsprozess: Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber möchten Sie persönlich kennenlernen und erfahren, wie Sie auftreten, was Sie motiviert und ob Sie zu der Stelle und zum Team passen.
Eine gute Vorbereitung gibt Sicherheit und stärkt Ihr Auftreten. Überlegen Sie sich im Vorfeld, was Sie auszeichnet und welche Erfahrungen Sie für die ausgeschriebene Stelle mitbringen. Doch wie gelingt das und wie läuft ein Vorstellungsgespräch überhaupt ab? Dieser Artikel bietet Ihnen hilfreiche Tipps und Informationen.
Wie kann ich mich gut auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten?
Je besser Sie sich vorbereiten, desto selbstbewusster gehen Sie in das Gespräch.
Eine gründliche Vorbereitung umfasst mehrere Bereiche:
- Recherche über das Unternehmen: Schauen Sie sich die Website und gegebenenfalls weitere Internetauftritte wie zum Beispiel das Instagram-Profil des Unternehmens an. Was macht die Firma genau? Welche Produkte oder Dienstleistungen bieten sie an? Gibt es aktuelle Nachrichten oder Projekte? Welche Werte sind dem Unternehmen wichtig? Dieses Wissen hilft Ihnen, im Gespräch echtes Interesse zu signalisieren.
- Die Stellenanzeige nochmal gründlich lesen: Welche Anforderungen werden genannt? Welche Aufgaben sollen Sie übernehmen? Überlegen Sie sich konkret, wie Ihre Erfahrungen und Kompetenzen dazu passen. Bereiten Sie Beispiele vor, die zeigen, dass Sie die erforderlichen Fähigkeiten mitbringen.
- Das richtige Outfit: Ihre Kleidung sollte zur Branche passen. Im Bereich Wirtschaft und Verwaltung ist beispielsweise formellere Kleidung noch immer üblich. In handwerklichen Berufen oder kreativen Berufsfeldern kann es auch mal „lockerer“ sein. Im Zweifelsfall ist es aber besser, lieber etwas zu formell als zu leger gekleidet zu sein.
- Was Sie mitbringen sollten: Packen Sie die wichtigsten Unterlagen ein: eine Kopie Ihrer Bewerbung, gegebenenfalls zusätzliche Zeugnisse/Zertifikate und etwas zum Mitschreiben. Schreiben Sie sich auch Fragen an das Unternehmen auf. Es ist völlig in Ordnung, während des Gesprächs einen Blick auf Ihre Notizen zu werfen.
- Pünktlichkeit: Planen Sie genügend Zeit für die Anreise ein. Es ist besser, 10 bis 15 Minuten zu früh da zu sein, als zu spät.
Wie läuft ein Vorstellungsgespräch ab?
Die meisten Gespräche folgen einem ähnlichen Ablauf.
Das hilft, sich darauf einzustellen:
- Begrüßung und Smalltalk: Meist beginnt es mit einer kurzen Begrüßung und etwas Smalltalk, um anzukommen und in das Gespräch zu finden. Vielleicht wird über die Anreise gesprochen oder über das Wetter. Das ist normal und soll die Atmosphäre entspannen.
- Vorstellung des Unternehmens: Danach stellt sich das Unternehmen vor. Wer sitzt Ihnen gegenüber? Welche Aufgaben gehören zur Stelle? Wie ist das Team aufgebaut? Hören Sie aufmerksam zu, denn diese Informationen sind wichtig für Ihre späteren Fragen.
- Fragen an Sie: Anschließend geht es vor allem um Sie als Bewerber bzw. Bewerberin: Ihren Werdegang, Ihre Erfahrungen und Kompetenzen und was Sie motiviert. Hier werden die typischen Fragen gestellt (s. weiter unten).
- Ihre Fragen: Zum Schluss haben Sie die Möglichkeit, dem Unternehmen Fragen zu stellen. Nutzen Sie diese Chance! Das zeigt nicht nur Ihr Interesse, sondern liefert Ihnen auch wichtige Informationen zur Stelle und zum betrieblichen Umfeld. Auch hier finden Sie weiter unten ein paar Beispiele.
- Abschluss: Typisch ist auch, dass Sie am Ende erfahren, wie es weitergeht und wann Sie mit einer Rückmeldung rechnen können. Ein freundlicher Abschied rundet das Gespräch ab.
Wie kann ich schon von Anfang an punkten?
Achten Sie auch auf den ersten Eindruck. Eine freundliche Begrüßung, Blickkontakt und eine offene, zugewandte Haltung wirken sympathisch und zeigen, dass Sie interessiert sind. Nervosität ist dabei ganz normal, versuchen Sie dennoch, das Gespräch möglichst entspannt anzugehen. Niemand erwartet perfekte Antworten, wichtig ist, dass Sie ehrlich, authentisch und klar auftreten. Hören Sie aufmerksam zu und gehen Sie auf die Fragen und Hinweise Ihres Gegenübers ein.
Wenn Sie den Faden verlieren oder eine Frage nicht sofort verstehen, dürfen Sie nachfragen oder sich Zeit zum Nachdenken nehmen. Ein Vorstellungsgespräch ist keine Prüfung, sondern eine Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen und einzuschätzen, ob Erwartungen und Anforderungen zusammenpassen.
Welche Fragen werden im Vorstellungsgespräch häufig gestellt?
Einige Fragen sind in Vorstellungsgesprächen besonders beliebt. Wenn Sie sich auf diese gut vorbereiten, können Sie nicht nur sicher antworten, sondern auch Aspekte zu Ihrer Person hervorheben, die Ihnen bei der jeweiligen Frage wichtig sind.
- „Was können Sie über sich erzählen?"
Konzentrieren Sie sich auf das, was für die Stelle wichtig ist. Kurz: Was mache ich aktuell (beruflich)? Welche beruflichen Stationen sind relevant? Was bringen Sie mit? Was motiviert Sie bei der Arbeit? - „Warum möchten Sie bei uns arbeiten?“
Hier hilft gute Recherche im Vorfeld. Was gefällt Ihnen am Unternehmen und an den Aufgaben? Was passt zu Ihren Stärken und Werten? - „Was sind Ihre Stärken?“
Wählen Sie zwei bis drei Stärken oder Kompetenzen, die gut zur Stelle passen. Nennen Sie Beispiele, wie Sie diese schon eingesetzt haben. - „Wo sehen Sie Raum für persönliches Wachstum?“
Verzichten Sie auf lange Aufzählungen von Schwächen, erfinden Sie nichts und vermeiden Sie Schwächen, die eine für den Job erforderliche Kompetenz darstellen. Beschreiben Sie lieber eine echte Schwäche ehrlich und zeigen Sie auf, wie Sie damit umgehen und daran arbeiten. Ein Beispiel: „Ich bin manchmal sehr gründlich und detailverliebt, achte aber darauf, meine Zeit gut einzuteilen.“.
Welche Fragen kann ich dem Unternehmen stellen?
Eigene Fragen zeigen Interesse und helfen, einzuschätzen, ob die Aufgaben zu Ihnen passen und Sie sich in dem Unternehmen wohlfühlen würden.
Zum Beispiel:
- Wie sieht ein typischer Arbeitstag in dieser Position aus?
- Welche Aufgaben stehen am Anfang besonders im Fokus?
- Mit wem arbeite ich eng zusammen?
- Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten?
- Wie wird die Einarbeitung gestaltet?
Sie müssen nicht viele Fragen stellen, eine oder zwei gute reichen völlig.
Wie reagiere ich auf unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch?
Es gibt Fragen, die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber rechtlich nicht stellen dürfen, weil sie Ihre Privatsphäre betreffen oder diskriminierend sein können.
Das sind beispielsweise Fragen zu:
- Familienplanung, Schwangerschaft oder Kinderwunsch
- Religion, politischer Einstellung oder Weltanschauung
- Sexueller Orientierung
- Vorstrafen (außer bei bestimmten Berufen)
- Gesundheit (außer wenn direkt relevant für die Stelle)
Wenn Ihnen solche Fragen gestellt werden, haben Sie mehrere Möglichkeiten:
Freundlich ausweichen: „Das ist eine private Angelegenheit für mich. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass ich mich voll und ganz auf diese Stelle konzentrieren kann.“
Höflich auf Unzulässigkeit hinweisen: „Ich glaube, diese Frage darf im Vorstellungsgespräch nicht gestellt werden. Können wir lieber über meine Qualifikationen sprechen?”
Eine Gegenfrage stellen: „Inwiefern ist das für die Stelle relevant?”
Sie haben bei unzulässigen Fragen sogar ein „Recht zur Lüge”, das heißt, dass Sie wahrheitswidrig antworten dürfen, ohne dass Ihnen daraus Nachteile entstehen. Wichtig ist: Bleiben Sie freundlich und professionell, auch wenn die Frage unangenehm ist.
Was hilft bei Nervosität?
Vorstellungsgespräche machen fast jeden etwas nervös. Aufregung ist also ganz normal und zeigt auch, dass Sie Ihr Bestes geben möchten. Wichtig ist, einen ausgeglichenen Umgang damit zu finden.
Ein paar Tipps:
- Tiefe und gleichmäßige Atmung: Wenden Sie bestimmte Atemtechniken an, zum Beispiel die 4-6-8-Methode.
- Langsam sprechen: das beruhigt und hilft, sich zu konzentrieren.
- Sich an die eigene Vorbereitung erinnern: Sie wurden eingeladen, weil Sie mit Ihrer Bewerbung überzeugt haben.
- Kleine Pausen sind erlaubt: Nehmen Sie sich ruhig einen Moment Zeit, bevor Sie antworten.
- Lächeln: Ein freundliches Lächeln hilft, sich selbst zu entspannen.
Manchmal hilft auch ein Gedanke:
„Ein Gespräch ist keine einseitige Bewertung. Sie prüfen genauso, ob der Arbeitsplatz zu Ihnen passt. Das gibt innere Stärke.“
Was ist bei einem Videointerview wichtig?
Immer mehr Vorstellungsgespräche finden online statt, häufig als erste Gesprächsrunde. Grundsätzlich gelten dabei die gleichen Regeln wie beim persönlichen Gespräch.
Zusätzlich gibt es noch folgende Besonderheiten zu beachten.
- Technik testen: Prüfen Sie unbedingt vorher, ob Kamera, Mikrofon und Internetverbindung funktionieren.
- Ruhige Umgebung: Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, wo Sie nicht gestört werden.
- Neutraler Hintergrund: Er sollte neutral sein, nicht ablenken und keine privaten Einblicke geben.
- Gute Beleuchtung: Sorgen Sie für ausreichend Licht. Am besten haben Sie eine Lichtquelle vor sich (zum Beispiel ein Fenster).
- Blickkontakt zur Kamera: Versuchen Sie möglichst immer direkt in die Kamera zu schauen. Das stellt den Blickkontakt zu Ihrem Gegenüber her.
- Kleidung: Ziehen Sie sich genauso an wie für ein persönliches Gespräch, auch wenn nur Ihr Oberkörper zu sehen ist. Das hilft Ihnen, sich professionell zu fühlen.
- Notizen griffbereit haben: Ein Vorteil von Videointerviews, denn Sie können Ihre Notizen neben dem Bildschirm platzieren und bei Bedarf einen Blick darauf werfen.
- Pünktlichkeit: Loggen Sie sich mindestens 5 Minuten vor dem Termin ein, um sicherzustellen, dass alles funktioniert.
Wie verhalte ich mich nach dem Gespräch?
Nach dem Vorstellungsgespräch heißt es meist: Geduld haben und warten. Das kann anstrengend sein, ist aber normal. Viele Unternehmen führen mehrere Gespräche und benötigen Zeit für ihre Entscheidung.
Dankesmail: Sie können nach dem Gespräch eine kurze, freundliche E-Mail schicken, ein Beispiel: „Vielen Dank für das angenehme Gespräch gestern. Ich bin weiterhin sehr interessiert an der Position und freue mich auf Ihre Rückmeldung.”. Das ist optional, kann aber einen positiven Eindruck hinterlassen.
Warten: Wenn im Gespräch ein Zeitrahmen genannt wurde, zum Beispiel: „Sie hören in zwei Wochen von uns”, warten Sie diese Zeit ab.
Nachfassen: Falls Sie nach der genannten Zeit nichts gehört haben, können Sie höflich nachfragen. Eine kurze E-Mail reicht: „Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name], vielen Dank noch einmal für das Gespräch am [Datum]. Ich bin weiterhin sehr interessiert an der Position. Können Sie mir vielleicht mitteilen, wie der aktuelle Stand ist?”. So zeigen Sie Ihr Interesse, ohne aufdringlich zu wirken.
Bei Absage: Auch eine Absage kann wertvoll sein. Eine höfliche Nachfrage nach Feedback kann Ihnen Anhaltspunkte geben, woran Sie weiter arbeiten können.
Und selbst wenn das Gespräch einmal nicht perfekt gelaufen ist: Jedes Interview bringt Erfahrung, Sicherheit und neue Erkenntnisse. Sie entwickeln sich weiter und kommen so Schritt für Schritt Ihrem passenden Arbeitsplatz näher.
Welche Unterstützung gibt es bei Grone?
Benötigen Sie Unterstützung? Bewerbungstraining inklusive Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche ist Bestandteil in den meisten Angeboten bei Grone. Wir bereiten Sie gezielt vor, geben Ihnen Feedback und werten die Gespräche mit Ihnen aus. Sprechen Sie uns also gerne darauf an!
Weitere Tipps zum Thema Bewerben finden Sie außerdem in unseren Artikeln „So punkten Sie in sieben Schritten mit der perfekten Bewerbung” und „Bewerben mit KI – So nutzen Sie die moderne Unterstützung richtig”.