Die wichtigsten Leistungen der Arbeitsförderung
So nutzen Sie Ihre Chancen mit staatlicher Unterstützung für Weiterbildung, Jobsuche und beruflichen Neustart
Sie möchten beruflich neu durchstarten, sich weiterbilden oder nach einer Pause wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen? Vielleicht sind Sie gerade arbeitslos geworden, fühlen sich im alten Beruf nicht mehr wohl oder suchen eine neue Perspektive. Was auch immer Ihre persönliche Situation ist, Sie werden auf diesem Weg durch die vielfältigen Leistungen der Arbeitsförderung unterstützt.
Die Arbeitsförderung in Deutschland umfasst eine breite Palette an Angeboten: von finanziellen Hilfen bei Arbeitslosigkeit über Förderung beruflicher Weiterbildungen und Umschulungen bis hin zu individueller Beratung, Coachings oder Zuschüssen für die Selbstständigkeit. Ziel ist es, Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu beenden und Ihnen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Fördermöglichkeiten es gibt, wer Anspruch darauf hat und wie Sie diese Chancen für Ihre berufliche Zukunft nutzen können.
Was gehört alles zur Arbeitsförderung?
Es gibt Zeiten, da steht man beruflich an einem Punkt, an dem Neues nötig wird. Dafür gibt es Wege und Hilfen, die unter dem Begriff der Arbeitsförderung zusammengefasst werden. Was genau steckt dahinter? Und vor allem: Welche konkreten Hilfen gibt es eigentlich für Sie?
Die Arbeitsförderung ist im dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) verankert. Ihr Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, beruflich wieder Fuß zu fassen, sich neu zu orientieren oder vorhandene Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Die Angebote sind so vielfältig wie die Lebensläufe der Menschen, die sie in Anspruch nehmen und decken weit mehr ab als finanzielle Hilfen wie Arbeitslosengeld I oder die neue Grundsicherung (ehemals Bürgergeld). Zu den wichtigsten Leistungen zählen:
- Berufsberatung und Vermittlung passender Arbeitsstellen
- Finanzierung von Weiterbildungen und Umschulungen
- Arbeitslosengeld und ergänzende finanzielle Hilfen
- Coachings für Bewerbung, Orientierung oder Berufseinstieg
- Unterstützung beim Wiedereinstieg nach Krankheit, Elternzeit oder Pflege
- Förderprogramme für Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Einschränkungen
- Hilfen bei der Existenzgründung
Wer hat Anspruch auf Leistungen der Arbeitsförderung?
Viele denken, die Leistungen zur Förderung der beruflichen Bildung gebe es nur für Menschen, die gerade arbeitslos sind. Doch das stimmt so nicht. Alle Unterstützungsangebote richten sich an ganz unterschiedliche Zielgruppen.
Je nach Lebenssituation können auch Sie Anspruch auf Unterstützung haben, zum Beispiel, wenn Sie
- arbeitslos sind oder Ihr Arbeitsplatz auf wackeligen Beinen steht,
- sich beruflich verändern oder weiterbilden möchten, weil Ihr aktueller Job keine Perspektive mehr bietet oder Sie neue Fähigkeiten benötigen,
- nach einer längeren Auszeit ins Berufsleben zurückkehren – sei es nach Elternzeit, Krankheit oder der Pflege von Angehörigen,
- keine abgeschlossene Ausbildung haben oder sich beruflich umorientieren möchten, weil Ihr bisheriger Weg nicht mehr zu Ihnen passt,
- davon träumen, sich selbstständig zu machen, und Beratung oder finanzielle Starthilfe brauchen,
- jung sind und noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben oder älter und sich neu aufstellen möchten, weil sich der Arbeitsmarkt verändert hat,
- mit gesundheitlichen Einschränkungen oder einer Behinderung leben und einen Arbeitsplatz benötigen, der darauf Rücksicht nimmt,
- als geflüchtete Person in Deutschland leben und eine Bleibeperspektive haben.
In all diesen Fällen können Leistungen der Arbeitsförderung für Sie infrage kommen. Welche Förderungen genau zu Ihnen passt, klären Sie am besten direkt mit der zuständigen Stelle, das ist entweder die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. In einem persönlichen Gespräch schauen Sie gemeinsam, welche Möglichkeiten es gibt.
Welche Förderungen gibt es für Weiterbildung und Umschulung?
Vielleicht denken Sie gerade: „Eine Weiterbildung wäre gut für mich, aber wie soll ich das bezahlen?" Die Miete muss bezahlt werden, der Alltag kostet Geld, und dann soll man noch Kursgebühren stemmen? Das scheint kaum machbar.
Doch genau hier setzen Förderprogramme an. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels wurde erkannt, dass Weiterbildung keine private Luxusentscheidung ist, sondern eine Investition in die Zukunft. Deshalb gibt es verschiedene Programme, die Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern:
Bildungsgutschein
Mit dem Bildungsgutschein werden berufliche Weiterbildungen oder Umschulungen zu 100 % gefördert, inklusive Kursgebühren, Fahrtkosten, Kinderbetreuung und bei Bedarf Unterkunft. Voraussetzung ist, dass Sie an einer zertifizierten Maßnahme bei einem anerkannten Bildungsträger wie Grone teilnehmen.
Qualifizierungschancengesetz
Auch Beschäftigte können gefördert werden, etwa bei drohender Arbeitslosigkeit durch Strukturwandel oder Digitalisierung. Hier wird die Weiterbildung durch Zuschüsse für Lehrgangskosten und Arbeitsentgelt finanziert.
Weiterbildungsprämien
Absolvieren Sie eine geförderte Umschulung mit IHK-Abschluss, winken zusätzlich Prämien in Höhe von bis zu 2.500 Euro als Anerkennung für Ihre Leistung.
Welche Unterstützung gibt es bei der Jobsuche?
Während der Bildungsgutschein vor allem für längere Qualifizierungen und Umschulungen gedacht ist, gibt es noch ein anderes Förderinstrument, das oft übersehen wird, obwohl es für viele Menschen genau der richtige erste Schritt sein kann. Die Rede ist vom Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, kurz AVGS.
Der AVGS richtet sich an Menschen, die nicht unbedingt eine vollständige Umschulung brauchen, sondern gezielte Unterstützung bei konkreten Hürden. Vielleicht wissen Sie nicht genau, welche berufliche Richtung Sie einschlagen wollen. Vielleicht scheitern Ihre Bewerbungen immer wieder und Sie wissen nicht, woran es liegt. Oder Sie sind nach einer längeren Pause unsicher, wie Sie den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt schaffen sollen.
Mit dem AVGS erhalten Sie Zugang zu professionellen Coachings und praxisnahen Trainings, die genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Das können sein:
- Einzelcoachings zur Bewerbung, Berufsorientierung oder Selbstvermarktung
- Bewerbungstrainings zur Optimierung Ihrer Unterlagen
- Praxismodule und betriebliche Erprobungen für den Wiedereinstieg
Diese Angebote helfen Ihnen, sich besser zu präsentieren, neue berufliche Ideen zu entwickeln und Kontakte zur Arbeitswelt zu knüpfen. Bei Grone bieten wir AVGS-Maßnahmen flexibel und individuell an, auch online oder in Teilzeit.
Welche Förderungen gibt es für Menschen mit Behinderungen?
Leben Sie mit einer gesundheitlichen Einschränkung oder einer anerkannten Behinderung? Können Sie Ihren bisherigen Beruf aus körperlichen oder psychischen Gründen nicht mehr ausüben? Oder wünschen Sie sich Unterstützung und Anpassungen, damit Sie weiterhin am Arbeitsleben teilhaben können?
Genau für solche Situationen gibt es die „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“. Ihr Ziel ist es, Ihre Erwerbsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen.
Je nach persönlicher Situation können ganz unterschiedliche Unterstützungen infrage kommen, zum Beispiel:
- Rehabilitationsspezifische Weiterbildungen und Umschulungen
- Anpassung von Arbeitsplätzen
- Betriebliche Eingliederungshilfen
- Technische Hilfsmittel für den Arbeitsplatz
Zuständig sind je nach Einzelfall die Agentur für Arbeit, die Deutsche Rentenversicherung, das Integrationsamt oder Berufsgenossenschaften. Wir bei Grone unterstützen Sie gerne bei der Auswahl und Antragstellung.
Welche Hilfen gibt es für Gründerinnen und Gründer?
Sie haben eine Geschäftsidee und möchten sich selbstständig machen? Dann gibt es auch hier gezielte Förderungen.
Wer Anspruch auf ALG I hat und eine tragfähige Geschäftsidee vorlegt, kann den Gründungszuschuss beantragen. Dieser besteht aus einer finanziellen Starthilfe über mehrere Monate sowie einem Zuschuss zur sozialen Absicherung.
Zusätzlich können Gründercoachings, Workshops zur Businessplan-Erstellung oder AVGS-Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Selbstständigkeit gefördert werden.
Wie komme ich an diese Leistungen?
An dieser Stelle taucht bei vielen die Frage auf: „Das klingt alles hilfreich aber wie komme ich überhaupt an diese Unterstützung?" Die Vorstellung, mit Behörden zu sprechen, Anträge auszufüllen und sich durch Zuständigkeiten zu arbeiten, kann abschreckend wirken. Doch der erste Schritt ist weniger kompliziert, als viele befürchten.
Beginnen Sie damit, Kontakt mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter aufzunehmen und ein Beratungsgespräch zu vereinbaren. In diesem Gespräch wird gemeinsam mit Ihnen geklärt, welche Fördermaßnahmen für Ihre individuelle Lebens- und Berufssituation infrage kommen. Die Beraterinnen und Berater dort kennen die verschiedenen Programme und können einschätzen, welcher Weg für Sie der richtige sein könnte.
Es lohnt sich, wenn Sie sich vor diesem Termin ein paar Gedanken machen: Wo möchten Sie beruflich hin? Was können Sie gut, und wo brauchen Sie Unterstützung? Welche Art von Arbeit passt zu Ihrer Lebenssituation und welche nicht? Je klarer Sie Ihre Vorstellungen formulieren können, desto gezielter kann Sie Ihr Gegenüber beraten.
Es ist völlig normal, sich am Anfang unsicher zu fühlen. Wenn Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, melden Sie sich einfach bei uns und wir begleiten Sie Schritt für Schritt.